Besser vorsorgen

Eine Zelle auf einem Nanosubstrat. Quelle: cc-NanoBionet e. V.

Unternehmen können verschiedene Bewertungsraster nutzen, um Chancen und Risiken ihrer nanotechnologischen Produkte einschätzen zu können. Diese Bewertungsraster sollen somit die Anwendung des Vorsorgeprinzips ermöglichen.

Kriterienkataloge der Deutschen NanoKommission
Die zweite Arbeitsgruppe der NanoKommission der deutschen Bundesregierung entwickelte in der Arbeitsperiode von 2006-2008 ein vorläufiges Bewertungsraster zur Einstufung von Nanomaterialien. Die Arbeitsgruppe stellte Belastungs- und Entlastungskriterien zusammen, nach denen Unternehmen in Situationen noch nicht vollständigen Wissens Entscheidungen treffen können, welche Vorsorgemaßnahmen des Risikomanagements einzuleiten sind.

Das vorläufige Bewertungsraster wurde in der zweiten Arbeitsperiode 2009-2010 in den Themengruppen 2 und 4 weiterentwickelt und konkretisiert. Erarbeitet wurden zwei Kriterienlisten, eine zur integrierten Bewertung von Chancen und Risiken, eine weitere, die spezieller auf die Einschätzung möglicher Auswirkungen auf Mensch und Umwelt abzielt.
Im ersten Katalog sind die Kriterien zu Nutzen- und Risikobewertung von Nanomaterialien auf verschiedene Zieldimensionen (Umwelt, Verbraucher, Arbeitnehmer, Gesellschaft und Unternehmen) hin gestaffelt und stehen auf der BMU-Website auch als Excel-Datei zur Verfügung.

Der Kriterienkatalog der Themegruppe 4 ist spezifisch an "informierte Nutzer" gerichtet und stellt nur Kriterien zur Bewertung möglicher Risiken auf. Die Kriterien wurden in die vier Blöcke "Expositionswahrscheinlichkeit", "physikalisch-chemische Eigenschaften", "Umweltverhalten" und "Toxikologie/Ökotoxikologie" eingeteilt und können auf der Website des BMU heruntergeladen werden. Außerdem steht dort auch der Arbeitsbericht der Arbeitsgruppe 4 zur Verfügung, der die Entwicklung der Kriterien transparent werden lässt.

Vorsorgeraster des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und des Bundesamtes für Umwelt (BAFU)
Das schweizerische Bundesamt für Gesundheit und das Bundesamt für Umwelt haben im Dezember 2008 ein Vorsorgeraster für synthetische Nanomaterialien vorgelegt, das Industrie und Gewerbe eine strukturierte Risikoanalyse ermöglichen soll. Risikopotenziale synthetischer Nanomaterialien und deren Anwendungen werden in dem Raster für Arbeitnehmerinnen und -nehmer, Verbraucherinnen und Verbraucher und die Umwelt in strukturierter Weise abgeschätzt. Die Sorgfalts- und Selbst­kon­troll­­pflichten der Unternehmen sollen gestärkt werden.
Während des Jahres 2010 wurde das Vorsorgeraster "Synthetische Nanomaterialien" mit Anwendern und Experten diskutiert, um dieses weiter verbessern zu können. Mit Hilfe der Rückmeldungen von Anwendern und Experten konnte das Vorsorgeraster in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) überarbeitet werden. Die aktualisierte Version des Vorsorgerasters steht seit Juli 2011 zur Verfügung.

Nano-NachhaltigkeitsCheck des Öko-Instituts
Das Öko-Institut hat zusammen mit den beiden Projektpartnern BASF und Nanogate ebenfalls ein Instrument entwickelt, welches die Richtungssicherheit im Innovationsprozess von Nanoprodukten positiv bereichern soll. Ziel ist es, Produkte und Anwendungen, die Nanomaterialien enthalten, auf ihre Nachhaltigkeit hin zu analysieren und zu bewerten. Das zwölfseitige .pdf kann von der Website des Öko-Instituts kostenfrei heruntergeladen werden.

 
Sie sind hier: Infoportal | Risikomanagement | Risikoprävention
Deutsch
English